Medien & Kultur
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Überlegungen zur Medienkompetenz
Das Zusammenwirken unterschiedlicher Medien hat Auswirkungen auf das Verhältnis von Sprache und Medien sowie von Sprache und der Texte der Medien. Die Medialität der Medien ist bedeutend für Verständnis und Handeln. Sprache ist das Fenster für Sinnschaffung, Orientierung und Sprachfähigkeit selbst, die alle Voraussetzungen des Sinn erschließenden und konstruktiven In-der-Welt-Seins sind. Inwieweit aber ist Sprache überhaupt noch geeignetes Medium, um mit den unterschiedlichen Medien umzugehen? Wird demnächst Sprache ebenfalls zu einer medialen Maschinerie, weil die Schnittstellen zwischen Sprache und Sprechen, Medien und Mensch immer enger zusammen wachsen?
Musik als Teil der Evolution
Evolutionäre Ursprünge und Kommunikationssystem: Möglicherweise haben frühe Hominiden über eine Form von gesungener Urmusik verfügt als stärkere Gruppenbindung gegenüber konkurrierenden Primatenarten. Diese Musik diente dann nicht nur der Gruppenorganisation, sondern ermöglichten nach harter Arbeit zudem “Trance” und “Flow”. Eine zunehmend differenzierte Arbeitsorganisation brauchte dann eine effizientere Kommunikation. Anthropologen vermuten, dass zunächst Gebärdensprachen entwickelt wurden, aus denen sich die gesprochene Sprache ausdifferenzierte.
Es gibt keine Welt ohne Bilder
Kunst hat sich im Laufe der Jahre noch weiter ausdifferenziert als Musik oder Sprache, war individuell und ist noch individualistischer geworden. Sie zu beschreiben erfordert ein Studium generale. Gleichzeitig ist das Medium Bild das am schwersten zu erkennende, weil des für das stumme Medium die Sprache braucht, heißt: will man etwas kommunizieren, muss man um das Medium herum reden oder es schweigend genießen. Das aber macht die Rezeption, die Erkenntnis und die Kommunikation so schwer. Deshalb haben sich auch viele Theorien um das wehrlose Medium ranken können.
Das Buch: Entstehung des Alphabetes als Grundvoraussetzung
Das Buch ist das älteste (klassische) Medium der Welt, obwohl die Schrift bereits seit fünf- bis sechstausend Jahren existiert. Über Jahrmillionen entwickelte der Mensch ein sprachliches Ausdrucksvermögen, das es ihm erlaubte, seine Welt durch verbale Kommunikation und die mündliche Überlieferung von Erinnerungen und Wissen zu strukturieren. Irgendwann waren die Lebensumstände aber zu komplex geworden, Besitzverhältnisse und Verwaltungsorganisation nur mündlich zu kommunizieren. So begann man Buch zu führen, Notizen abzufassen, die als Gedächtnisstütze.. Selbstverständlich war das Buch die Voraussetzung für die Entstehung der Presse.
Egal ob analog oder digital – sie bleibt sich gleich: die Fotografie
Die Fotografie hat sich über einen äußerst lange Zeitraum hinweg kontinuierlich entwickelt und besteht in technischer Hinsicht aus recht wenigen Komponenten. So gesehen gehört die Fotografie zu den konservativen Medien. Jedoch ist kein anderes Medium so ursprünglich, affektiv und sinnlich, wie die Fotografie – sie ist eine unmittelbare Form des Sehens. Das flüchtige Bild wird durch Projektion auf eine Fläche gebracht – dies ist das Grundprinzip der Fotografie
Sitzt da ein kleiner Mann im Kassten? Das Radio
Kein anderes technisches Medium hat sich so schnell verbreitet wie der Hörfunk, wurde so zielgerichtet entwickelt, für kommerzielle und programmatische Zwecke genutzt, wie der Hörfunk, später das Radio. Für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gilt per Gesetz eine ,dienende Freiheit’ – für den Journalismus gilt eine objektive und distanzierte Art der Berichterstattung. Als dienende Freiheit wird die Rundfunkfreiheit “nicht primär im Interesse der Rundfunkveranstalter, sondern im Interesse freier individueller und öffentlicher Meinungsbildung gewährleistet” (BverfGE 83, 238, 315)”. Vieles lässt daran zweifeln…
Film und Video
Der Siegeszug der Kinos war rasant. Zwischen 1905 und 1913 stieg die Zahl allein in Berlin von 16 auf 206 mit insgesamt fast 50.000 Plätzen. Alle Bevölkerungsschichten konnten sich den Besuch des Kinos leisten, zudem wurde neben den Filmen Tanz und Musik geboten. Die Geschichte des Films ist gleichzeitig Kulturgeschiuchte und Spiegel der Gesellschaft sowie Politikum ersten Ranges…
Das “Video” gehört zu den audiovisuellen Medien, das in sich Elemente aus Fotografie, Film, Grafik, Schrift, Musik und Sprache vereinigt. Bei animierten Filmen in 2D oder 3D wurde die Tradition der klassischen Bewegungsbilder aufgegriffen. Video ist also nicht nur eine technische Sammelbezeichnung – es vereinigt auch die klassischen Medien in sich und ist in den Anwendungsmöglichkeiten überaus breit gefächert. Einige dieser Anwendungen stehen in einer Dauerdiskussion – wie etwa Videospiele.
Fernkommunikation als bürgerliche Freiheit
Mit der französischen Revolution kamen Staatstheorien auf, nach denen Gesellschaft als Subjekt aufgefasst wurde mit einer eigenen, damals neu zu definierenden Kommunikationsstruktur. In diesen Zusammenhang zu stellen sind die später fest installierten Fernmeldeanlagen, die jedem an jedem Ort eine freie und ungebundene Kommunikationsmöglichkeit zusicherten. Eine konsequente Weiterführung dieser gesellschaftlichen Theorie war noch viel später die Entwicklung des Internet, mit dem Kommunikation global ermöglicht wird.
Das Internet: Entwurf einer demokratischen Plattform
Mit dem Internet wird ein Verbundnetz von Rechnersystemen gemeint, die einen globalen Datenaustausch über Protokolle vermitteln. Die Grundlagen der weltweiten Kommunikation wurden in den 1960er Jahren gelegt, in dieser Zeit erlangte die Technologie Anwendungsreife – und löste eine sofortige Euphorie aus. Die erste Phase war wild, kreativ und intelligent. Das Internet war das einzig existierende Medium, das während der Anwendung weiter entwickelt wurde, alle Interessierten konnten sich beteiligen. Hier mischen sich Informatik, Kommunikation und Veröffentlichung – alles wird von innen heraus aufgebaut. Und wo stehen wir heute?
Blick in die Zukunft
Es steht fest und ist bereits Alltag, dass der Prozess der Informatiisierung mit einem grundlegenden Wandel der Organisation von Arbeit korrespondiert. Dieser Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen und befindet sich in einem rasanten Wandel. Das klassische Arbeitsverhältnis ist schon lange durch den Umgang mit technischen und technologischen Medien determiniert und wird durch flexible Arbeitsbedingungen biografisch, räumlich, zeitlich und institutionell bedingt. Netzwerkgesellschaft und die Weiterentwicklung von Menschen, für die die virtuelle Welt zunehmend intensiver Realität ist – oder wird. Diese beiden sind die gesellschaftlichen Eckdaten, an denen Nachdenklichkeit und Auseinandersetzung beginnen müssen.
Denken ohne Ende
Hermeneutik: Es ist eine andauernde Annäherung, Änderung, Revidierung und neue Offenheit – ein hermeneutischer Zirkel. “Nur weil der Mensch ‘immer schon’ in der Wahrheit seines Seins stehe, könne er die Wahrheitsfrage über den Sinn seines Menschseins stellen und diese weiter ausbauen” (Quelle: Wikipedia, Stichwort: Hermeneutischer Zirkel). Verstehen ist ein existentielles Fundament des menschlichen Daseins.. Allerdings ist diese Verstehensmethode eher einer Spirale vergleichbar, da sie kein Ende findet und sich immer weiter sensibilisiert, differenziert und verfeinert.










