Kunst am Bau für das neue Lenbachhaus
11. Juli 2010, mb
Erklärtes Ziel der Stadt München ist es, im Rahmen kommunaler Bauvorhaben Kunst der Gegenwart zu berücksichtigen. Auch für die Generalsanierung und Neugestaltung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus wurden deshalb bis zu zwei Prozent des Etats für zwei Kunst am Bau Projekte reserviert.
Für die Umsetzung konnten mit Olafur Eliasson und Thomas Demand zwei international angesehene Künstler gewonnen werden, die noch dazu schon eine enge Beziehung zur Institution besitzen. Da es sich bei dem Gebäude um ein Museum handelt, konnte die Entscheidungsfindung dem kompetenten Team des Lenbachhauses selbst übertragen werden.
Die Kommission für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum hat das Ergebnis einstimmig befürwortet. Der Stadtrat der Landeshauptstadt München hat in der Sitzung des Kulturausschusses am 17.06.2010 die Realisierung der beiden Kunstwerke einstimmig genehmigt.
Die finanziellen Mittel für die ausgewählten Arbeiten speisen sich aus dem oben genannten Kunst- am-Bau-Etat sowie aus dem Ankaufsbudget des Lenbachhauses und einer besonderen finanziellen Aufwendung durch den Förderverein Lenbachhaus e.V.
Olafur Eliasson
Der dänische, in Berlin lebende Künstler Olafur Eliasson (geb. 1967) befasst sich in seinem Werk mit Naturphänomenen und ihrer Wahrnehmung.
Seine raumfüllende Installation „Sonne statt Regen“, die er 2003 für den Kunstbau des Lenbachhauses entwickelt hat, nimmt das Licht- und Farbspektrum des atmosphärischen Sonnenlichtes zum Ausgangspunkt und macht dessen unterschiedliche emotionale Qualitäten buchstäblich spürbar.
Für die große Halle des neuen Lenbachhauses schlägt Eliasson einen spiralartigen Wirbel vor, der sich von der Decke bis knapp über die Köpfe der Besucher/innen bewegt.
In vielen farbigen Glasfacetten nimmt er die Palette des Blauen Reiter auf und gleicht einem riesigen Leuchter, der zum Mittelpunkt des Eingangsraumes wird. Die suggestive Wirkung der Lichtskulptur wird sich in doppelter Weise zeigen, zum einen, wenn sie von Innen heraus strahlt und farbige Strukturen auf die umgebenden Wände wirft, und zum anderen, wenn sie von Außen erhellt wird.
Mit diesem Kunstwerk wird die Sammlung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus um eine weitere bedeutende Arbeit des international erfolgreichen Künstlers bereichert.
Thomas Demand
Der bei München geborene, heute in Berlin lebende Thomas Demand (geb. 1964) gehört zu den weltweit wichtigsten Künstlern unserer Zeit. Die Städtische Galerie im Lenbachhaus hat Demands Werk seit seinen Anfängen in der bayrischen Landeshauptstadt verfolgt, gesammelt und bereits 2002 mit seiner ersten Einzelausstellung in Deutschland gewürdigt, bevor er international (Ausstellung im Museum of Modern Art, New York etc.) „entdeckt“ wurde.
Demand arbeitet plastisch, indem er bekannte Bilder aus dem kollektiven Gedächtnis, meist Fotos von historischen Ereignissen oder Orten, aus farbigen Papieren lebensgross nachbaut. Diese so wiedergewonnenen Stätten nimmt er fotografisch auf und reproduziert sie als Großformate, die nun ein gewandeltes Bild zeigen.
Für die Fassade des Neubaus nach Plänen von Foster + Partners hat Demand einen Schriftzug entworfen, der in großen, ca. einen Meter hohen Lettern das „LENBACHHAUS“ bezeichnet. Das Besondere an diesen Buchstaben ist die plastische Gestaltung, bei der der Künstler zwei unterschiedliche Schrifttypen miteinander verbunden hat.
Während der Hintergrund aus einer Antiqua besteht, wie sie das Lenbachhaus in seinen Anfängen benutzt hat, verjüngen sich die Zeichen nach vorne hin in eine schmale und serifenlose, zeitgenössische Groteskschrift. Diese Typografie soll auch als Modell für das Leitsystem im Inneren des neuen Hauses dienen. (Quelle: Originalmeldung)









