Finale des Eurovision Song Contests im Mai

2. Juli 2010, mb

Das Finale des Eurovision Song Contests 2011 in Deutschland wird am Sonnabend, 14. Mai, ausgetragen. Die Halbfinale sind für Dienstag, 10. Mai, und Donnerstag, 12. Mai, angesetzt.

Darauf haben sich am 29. Juni die European Broadcasting Union (EBU) und der NDR als Vertreter der ARD verständigt. Die EBU veranstaltet den ESC, den es bereits seit 55 Jahren gibt. Der NDR ist innerhalb der ARD für den deutschen Beitrag verantwortlich und übernimmt die Ausrichtung des Musikwettbewerbs.

In den beiden Halbfinalen werden sich je zehn Länder per Televoting und Juryentscheidung für das Finale qualifizieren. Gesetzt für das Finale sind Deutschland als Gastgeber sowie Frankreich, Großbritannien und Spanien. Zusammen mit Deutschland sind diese Länder die größten Geldgeber des Wettbewerbs und darum automatisch für das Finale qualifiziert.

Lena kommt wieder

Es ist geplant, dass auch im nächsten Jahr die diesjährige Gewinnerin, Lena, antritt. Die Details für den deutschen Vorentscheid 2011 – zum Beispiel, welche Komponisten teilnehmen und wie die Popwellen in der ARD eingebunden werden können – werden derzeit zwischen den Beteiligten geklärt.

In welcher Stadt der ESC stattfindet, wird sich nach den Sommerferien entscheiden. Derzeit ist der NDR mit Vertretern der Veranstaltungsorte im Gespräch, die Interesse an einer Austragung der drei Shows signalisiert haben.

Neuregelungen haben sich bewährt

Im September 2009 gab die EBU bekannt, dass sowohl in den beiden getrennten Semi-Finalrunden als auch im Finale die Jurys zu 50 Prozent mit abstimmen. Außerdem darf vom Anfang des ersten Liedes bis 15 Minuten nach dem Ende des letzten Liedes abgestimmt werden

2009 kam es zu weitreichenden Veränderungen hinsichtlich des Abstimmverfahrens im Finale. Nachdem in den Vorjahren einzig das Publikum über die Punktergebnisse entschied, erhielt fortan pro Teilnehmerland eine Jury, deren Mitglieder eine Verbindung zur Musik aufweisen sollten, gleichgewichtetes Mitspracherecht.

Für die Vorrunden hielten die Verantwortlichen noch am Konzept des Vorjahres fest. Die Europäische Rundfunkunion begründete ihre Entscheidung damit, dass sich die Resultate von Ersatzjurys, welche im Falle technischer Pannen eine reibungslose Punktevergabe gewährleisten sollten, in den letzten Jahren zunehmend vom offiziellen Ergebnis unterschieden.

Der NDR-Verantwortliche Ralph Quibeldey betonte außerdem den Aspekt, dass sich im Gegensatz zum Großteil der Fernsehzuschauer Juroren die Beiträge mehrmals anhörten und zu einem differenzierteren Urteil in der Lage wären.

In der Öffentlichkeit hingegen wurden die Reformen überwiegend als Reaktionen auf die hinteren Platzierungen vieler westlicher Staaten, insbesondere der der finanzstärksten Big-5, gedeutet.

Beobachter sahen den Versuch, kulturell bedingte Geschmacksverschiedenheiten osteuropäischer und zentralasiatischer Zuschauer gezielt zu unterdrücken und warfen den Befürwortern des neuen Modus Blockbildung und Nichtbeachtung der individuellen Qualität der Beiträge vor.

Der Stern betitelte die deutschen Juroren aufgrund ihrer Zusammenstellung als „Spaß-Jury“.Tatsächlich erzielten zehn der elf östlich orientierten Teilnehmer durch das Mischvoting schlechtere Platzierungen; eines konnte trotz niedrigerer Jury-Wertung seine Gesamtplatzierung halten. (Quelle: Hamburg – ots)

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