Die Inselkomödie oder Lysistrate und die Nato

6. Juli 2010, mb

Das Musical „Die Inselkomödie oder Lysistrate und die Nato“ stellt eine moderne Variation eines antiken Stoffes dar: Die Griechinnen verweigern sich ihren Männern und verhindern so den Bau eines NATO-Stützpunktes.

Hochhuth illustriert und variiert mit dieser modernen Adaption des aristophanischen Stücks die Rolle der Frauen in der Geschichte: Die Griechinnen verweigern sich ihren Männern und verhindern so den Bau eines NATO-Stützpunktes.

Das Musical Inselkomödie oder Lysistrate und die Nato, prominent besetzt mit Johannes Heesters, Caroline Beil, Isabel Dörfler, Constanze Morell, Anna Schwabroh, Jan-Andreas Kemna, Michael Marwitz, Kostas Papanastasiou u.v.a., ist eine spritzige, facettenreiche Musikkomödie mit verführerischen Melodien zu Liedtexten von Rolf Hochhuth.

Dargeboten von einem fünf Künstlergenerationen umfassenden Ensemble hochkarätiger DarstellerInnen und SängerInnen in einem Bühnenbild von Lutz Brandt und begleitet von einem zwölfköpfigen Orchester unter Leitung von Florian Fries.

Die Vorlage: Lysistrata

Das Stück thematisiert den Kampf einiger Frauen gegen die Männer als Verursacher von Krieg und den damit verbundenen Leiden. Getragen von dieser Erkenntnis verschwören sich die Frauen Athens und Spartas, um den Frieden zu erzwingen.

Sie besetzen unter Führung der Titelheldin Lysistrata die Akropolis und verweigern sich fortan sexuell gegenüber ihren Gatten. In Sparta wird durch Lampito ähnliches veranlasst.

Nach einigen Verwicklungen und Rückschritten – mehrfach versuchen liebestolle Frauen, die Burg in Richtung der Männer zu verlassen, oder die erbosten Herren, selbige zu erstürmen – führt der Liebesentzug tatsächlich zum Erfolg.

Rolf Hochhuths „Inselkomödie“

Rolf Hochhuths „Inselkomödie“ (ursprünglicher Titel: “Lysistrate und die NATO”) aus dem Jahr 1974 verlegt die Handlung in die 1970er Jahre auf eine ungenannte Insel in der Ägäis, auf der die USA einen Raketenstützpunkt errichten wollen.

Die Frauen der Insel fürchten, dass dieser Plan ihre Heimat im Ernstfall zum Ziel russischer Raketen machen würde, und verweigern sich – angestachelt von der Parlamentsabgeordneten Dr. Lysistrate Soulidis – ihren Männern, weil diese ihr Land verkaufen wollen.

Sie quartieren sich im einzigen Gasthof der Insel ein, schlagen einen “Eroberungszug” ihrer Männer zurück und lassen sich mit einigen Offizieren der griechischen Marine ein, die zur Erkundung geeigneter Standorte für die Raketenbasis angereist sind. (Quelle: Originalmeldung)

Die Inselkomödie oder Lysistrate und die Nato – Premiere: 30. Juli 2010 – Theater Am Schiffbauerdamm – Berlin

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