Ali Bayar seit 25 Jahren Meister der Special-Effects
26. Juni 2010, mb
Seine Finger gleiten – so flink wie die eines Klavierspielers – über das Mischpult und die zahlreichen Regler des Regiepults. Mit der linken Hand gibt er den Einsatz für das Geschehen auf der Bühne. Damit er besser sieht, steht der 1,27 Meter große Stuntkoordinator Ali Bayar auf einem speziellen Treppenstuhl in seiner Regiekabine.
Leise Töne sind bei Europas erster Wasser-Stunt-Show nicht gefragt. Sobald Europas kleinster und mit 25 Dienstjahren erfolgreichster “Herr der Effekte” auf seine Tasten drückt, hallt der See und es brennt die Luft: Auf einen Fingerzeig zischen meterhohe Feuersäulen in den Himmel. Stuntmen schießen auf Raketenstühlen über den See oder es krachen – zur Freude der begeisterten Zuschauer – ganze Tanklager in die Luft.
Seit langen Jahren engagiert
Was einfach aussieht, erfordert – bei rund 280 Explosionen, Sound- und Spezialeffekten pro Show – höchste Präzision. Vor allem im Umgang mit der umfangreichen Pyrotechnik kommt es bereits vor der Aufführung auf penible Vorbereitung und größte Sicherheit an.
Seine Aufgaben erfüllt der 54-Jährige, der ursprünglich aus der Türkei stammt und über Film- und Theatererfahrung verfügt, mit Feuereifer. “Neben den entsprechenden amtlichen Befähigungsscheinen profitiere ich von meiner umfangreichen Erfahrung aus 25 Jahren am Regiepult der Show”, sagt Ali Bayar. Er lächelt verschmitzt und kontrolliert bei seinem Rundgang mit einem festen Griff, dass die Abschussrampe für die Nebelwerfer kein Spiel hat.
Flammen, Explosionen und Gags
Damit nicht nur die Flammen, sondern auch die Gags in der Show punktgenau zünden, hat der “Herr der Effekte” noch weitere wichtige Aufgaben in der aktuellen Wasser-Stunt-Show-Produktion “Jim Pond H2.0″ zu erfüllen.
Von dem Regiepult am oberen Ende der Tribüne hat er den ganzen 30.000 qm großen Holiday Park-See im Blickfeld. Immer wieder verständigt er sich mit kleinen Zeichen mit den Darstellern. Stoppt mit einem Handzeichen einen Einsatz oder winkt die Bootsfahrer zur Eile.
Da außer dem Moderator alle Stuntmen und Darsteller im Playbackverfahren vom Band eingespielt werden, muss er die Dialoge exakt auf das Geschehen in der Show abstimmen. Kommt es zu einem Sturz oder zu einer ungeplanten Zeitverzögerung ist höchste Konzentration gefordert. Schließlich soll die Illusion für die Zuschauer perfekt sein.
Dass er nur noch im Hintergrund und nicht mehr auf der Bühne arbeitet, stört Ali Bayar nicht. “In mehr als 25 Jahren im Holiday Park kenne ich viele Leute und einige Gäste besuchen mich nach den täglich bis zu vier Showvorführungen, um mit mir ein Paar Worte zu wechseln”, erklärt Bayar weiter.
Und auch mit den Stuntmen und Darstellern versteht er sich prächtig. Zu vielen von ihnen bestehen langjährige Freundschaften – und über Facebook hält er Kontakt mit seinen ehemaligen “Kollegen” in USA, England, Australien, Kanada, Südafrika oder Neuseeland.
Dass er seit mehr als 25 Jahren der einzige “Unersetzliche” in der Wasser-Stunt-Show ist, der Saison für Saison und Show für Show für die passenden Einsätze sorgt, macht Bayar ein wenig stolz.
Wahre Größe zeigt sich für ihn in anderen Dingen: “Ich bin glücklich, wenn unsere Shows beim Publikum gut ankommen. Weil das bisher immer geklappt hat, war ich in 25 Jahren noch keinen Tag krank. Für mich ist der tägliche Applaus die beste Gesundheitsvorsorge!” (Quelle: Originalmeldung)










